[22.03.2003] Tickets, Akaroa, Farm Hostel
Ein Tag für viele Sachen zu erledigen. Ferryticket nach Wellington, Flugticket in die Schweiz und einiges mehr.
Im Touristoffice wollte ich mir ein Ticket für die Fähre nach Wellington kaufen. 10 Tage im Voraus. Ich erhoffte mir einen guten Discount.
Doch der Preis bewegte sich zuerst im Bereicht bei knapp 200 NZD und kurz darauf bei 165 NZD, was für mich immer noch relativ viel war.
Ich sah, dass er das Ticket übers Internet bestellt und dachte mir, das kann ich ja auch, wusste nur nicht, dass man es auch per Internet kaufen kann.
Bin schnell ins Internetcafe und siehe da, am gleichen Tag für nur 116 NZD. Supersaver Ticket. Nachteil: komme um 0:30 an.
Nun wollte ich auch noch mein Flugticket dingfest machen, aber irgendwie liessen sich meine Ideen nicht mit der Realität vereinbaren. Schon viele Strecken ausgebucht. Muss mir das nochmals übers Wochenende überlegen.
Übers Wochenende fuhr ich nach Akaroa auf der Banks Peninsula. dass in der Nähe von Christchurch ist.
Es war gutes Wetter und die Fahrt auch nicht zu lange.
Ich ging in ein Backpackers, etwas ausserhalb von Akaroa, das einem Farmer gehört, mit riesigem Grundstück, eigenen Wanderwegen und eigenem Strand.
Das Backpackers lag etwas oberhalb an einem Hügel. Ein wirklich schnuckeliges Backpacker mit ultragemütlicher Atmosphäre.
Ich konnte in kleinen Hütten, im Zelt oder auch in so genannten Stargazer übernachten. Ich entschied mich für das letztgenannte.
Stargazer sind wirklich kleine Hüttchen, mit zwei Matratzen und einem Dach aus Glas, sodass man in der Nacht, unter Sternenhimmel schlafen kann und die Sternenbilder studieren kann.
Es war später Nachmittag. Ich holte mir ein Bier, die Zeitung und legte mich in die Hängematte und studierte, was im Iraq im Moment alles abgeht.
[23.03.2003] Muscheln sammeln, Schwimmen mit Delphinen
Was für eine Nacht. Im Stargazer schläft es sich wirklich gemütlich. Und der Ausblick erst ins Tal.
Im Sonnenschein frühstückte ich gemütlich und lauschte dem Zwitschern der Vögel.
Währenddessen überlegte ich mir auch, ob wohl das „Nebelmeer“ auf dem Meer nächstens verschwindet, denn ich wollte einen Kajaktrip machen und die Delphine besuchen, die es hier gibt.
Ich schätzte, dass es wohl doch nicht so schnell verschwinden mochte und cancelte den Trip und legte mich stattdessen in die Hängematte (und telefonierte). Ein Schöner Ort um die Seele „baumeln“ zu lassen. Ich kann ja morgen immer noch auf den Trip gehen.
Gegen Mittag machte ich einen Spaziergang zu einer Bucht, die zur Farm gehört.
Die Bucht war voller kleinen Muscheln. Hier sollte es auch riesige Muscheln haben. Hab welche im Hostel gesehen und alle haben mir davon geschwärmt.
ich suchte denn ganzen Beach ab, konnte aber keine finden. Es war wohl noch nicht ganz Ebbe. In einer Spalte fand ich dann ein paar mittelgrosse Exemplare, die auch schon anderswo gesehen hatte. Ich hab mir ein paar fürs Nachtessen „gepflückt“.
Dabei überlegte ich mir, weshalb man die Meeresfrüchte nennt. Ist es eine Pflanze, die wächst, oder eher ein Tier? Die Muschel haben Wurzeln und laufen nirgendwo hin, oder doch?
Ich liess mich belehren, dass es sich sehr wohl um ein Tier handelt. Aber es hatte viele Attribute, dass es auch als Pflanze durchgehen könnte.
Als ich die Muscheln in den Kühlschrank gestellt hatte, fuhr ich mit dem Auto nach Akaroa. Ich wollte mit einem Boot raus und mit den Delphinen schwimmen, die es hier gibt. Hektordelphine, die kleinsten, die es gibt.
Mit einem doppelten Neoprenanzug, Flossen und Brille bewaffnet, fuhren wir eine Weile in der Bucht herum, auf der Suche nach ihnen. Nichts. Ganz weit draussen, beim Eingang zu dieser Bucht sahen wir dann welche.
Irgendwie waren sie aber nicht gerade an uns interessiert und verschwanden wieder. Wahrscheinlich ist gerade Mahlzeit.
Auf dem Rückweg trafen wir noch ein paar weitere und zu guter Letzt sah es doch noch so aus, als ob wir ein paar hautnah zu sehen bekämen.
Ich konnte es kaum erwarten, ins Wasser zu kommen. Ich schwamm ein bisschen herum, machte blöde Geräusche, um vielleicht ein paar anzulocken.
Auf dem Boot schrieen sie mir zu, und siehe da, 2m entfernt war einer. Aber die Sicht war so miserabel, dass ich Unterwasser nichts als grünes Wasser sah.
Niemand hat wirklich einen Delphin gesehen und sie boten mir eine weitere Gelegenheit an, morgen nochmals mitzufahren.
Zurück im Hostel schaute ich dem Sonnenuntergang zu und machte mich danach hinter die Muscheln. Jemand, der nach mir zur Bucht ging, hat einen Teller voll von diesen riesigen Dingern gehabt. Wahnsinn.
Zuerst machte ich mir einen feinen Salat. Dann überlegte ich mir, wie das wohl schmecken mochte mit Muscheln.
In letzter Zeit bin ich sehr experimentierfreudig geworden. Ich fange irgendwie an zu kochen und am Schluss sieht es anders aus als ursprünglich erwartet.
Also, die Muscheln muss man zuerst kochen, damit sie aufgehen. Dann muss man irgendwie einen grünlichen Schleim loswerden, denn ich gar nicht fand. Die, die man nicht öffnen kann, sofort wegwerfen. Lauter Anweisungen, die ich erhielt.
Danach hatte ich einen kleinen Teller voll Muscheln. Vielleicht doch nicht so eine gute Idee mit dem Salat.
Ich kochte Reis und die Muscheln mit Zwiebeln und Knoblauch. Weisswein wäre noch besser gewesen.
[24.03.2003] Schwimmen mit Delphinen
Ich hab gut im Stargazer geschlafen, war noch immer gesund und ass mit Freuden ein feines Frühstück.
Ich legte mich in die Hängematte und genoss die wärmende Sonne bevor ich einen weiteren Versuch wagte, mit Delphinen zu schwimmen. Und dieses Mal waren wir sehr erfolgreich.
Gleich nachdem wir draussen waren, spotteten wir einige Delphine, die nicht gleich wieder abhauten. Nichts wie rein ins Wasser.
Eine lange Zeit war ich immer am falschen Ort. Es sah wie ein Haufen Irrer aus, die blödelnd und seltsame Geräusche machend umher schwammen.
Doch dann plötzlich schwammen zwei Delphine auf mich zu und um mich herum. Wow, endlich. Ich bestaunte sie begeistert.
Ich hatte zwei Steine als Gewicht mitgenommen, dass ich zum Tauchen gebrauchen wollte. Klickende Geräusche mögen sie scheinbar. Also hab ich die Steine ein bisschen aneinander geschlagen und schon waren sie weg.
Scheinbar war das keine gute Idee mit den Steinen und versuchte eine neue „Strategie“. Mit den Flossen immer ein wenig Wasser herum sprenkeln. Gleich 3 Delphine kurvten um mich herum. Super.
Es gab noch einige weitere Begegnungen. so um die 20 Delphine. Können auch immer wieder dieselben gewesen sein. zu guter Letzt waren an einem anderen ort gleich 4 Delphine in meinem Blickfeld.
Wir fuhren langsam zurück und beobachteten die Delphine vom Boot. Viel die bessere Sicht. Wir sahen, wie sie von der einen Seite des Bootes mit schneller Geschwindigkeit auf die andere Seite schwammen. flucht vor Annährungsversuche der Buben ;-).
Ich fuhr wieder zurück nach Christchurch, wo ich endlich mein Flugticket buchen konnte. Ein komplett neues Ticket. Nichts mehr mit Hawaii, sondern nur noch Calgary, Kanada und London. Ein Schweizer Flug gibt es erst ab Juni wieder. Mit Easyjet sollte das ja kein Problem sein.
Mit Hawaii hat es leider nicht geklappt, da ich gemäss freien Flügen nicht genügend lange sein konnte. War mir ohnehin egal wegen dem Krieg.
Anschliessend befreite ich mein Auto von einer Schicht Sand und Staub, dass ich auf meiner Reise durch den Süden aufgesammelt hatte.
Dann besuchte ich Stewards, ein älteres Pärchen, dass früher mal zu Gast bei uns in der Schweiz war.
[25.03.2003] Christchurch -> Kaikoura
Nachdem ich mich verabschiedet hatte, hab ich mich wieder mal um mein Auto gekümmert. Hab neue Scheibenwischblätter gekauft, eine neue Kurbel, ein neues Ventilationsmodul (ich habe bisher nur Stufe 2 und 3 gehabt) und hab das Auto auch von innen wieder geputzt. Nun hoff ich, dass mir das nicht gleich jemand klaut.
Das Ventilationsmodul hab ich noch nicht ersetzen könne, da ich noch nicht herausgefunden habe, wie ich die Abdeckung loswerde.
Am Nachmittag fuhr ich weiter Richtung Norden, nach Kaikoura.
Ich fuhr vor allem auf Nebenstrassen hinauf. Über viele Hügel und durch einige Wälder. Hier wird es langsam Herbst. Es hatte schon ein paar gelbliche Laubbäume.
Aber sonst war die Strecke eher langweilig. Keine Sehenswürdigkeiten am Weg. Nicht so wie im Süden, wo man immer wieder etwas ansehen oder erkunden kann.
In Kaikoura fand dich dann ein Backpackers, dass noch ein Bett frei hatte. Fast alles war besetzt.
[26.03.2003] Schwimmen mit Robben, Waltour, Havelock
Heute Morgen war Schwimmen mit Robben angesagt. Eine gute Fortsetzung der bisherigen Serie.
Am Strand zwängte ich mich in einen Neoprenanzug und gemeinsam mit einigen anderen liefen wir dahin, wo es Robben gibt.
Das Wasser war eher kalt, aber die Unterwasserlandschaft sah schon sehr spektakulär aus. Nicht wegen den Korallen, sondern eher wegen den verschiedenen Pflanzen, die in der Strömung wogten.
Beim ersten Felsen sahen wir einige Robben, die faul auf der Haut lagen und sich nicht sonderlich um uns und unseren Wünschen kümmerten.
Etwas weiter weg erspähten wir zwei Robben, die im Wasser herum schwammen.
An Land sind die Robben eher aggressiv und haben ein territoriales Verhalten. Im Wasser ist es genau umgekehrt. Neugier und keine Verteidigung irgendeines Gebietes. Das Wasser gehört allen.
Im Gegensatz zu den Delphinen, die man mit Lärm anlocken kann, törnt das Robben überhaupt nicht an und verlassen schleunigst das Gebiet.
Ich näherte mich langsam den beiden Robben, die sich im Wasser rollten und vergnügt herum schwammen.
Dann war ich soweit, sodass ich sie Unterwasser sah. Sie kamen näher und „beschnupperten“ uns, was für Kreaturen wir sein mochten. sie waren sehr scheu.
Sie tauchten unter mir durch und waren wieder verschwunden. Wenig später kamen sie wieder zurück und schauten mich mit grossen dunklen Augen. Man konnte fast die Gedanken lesen oder eher die Gefühle erkennen.
Das Beste ist, einfach an der Oberfläche zu verharren und beobachten was sich tut. Es war ein stetes kommen und gehen.
Einmal rollte eine Robbe verträumt und ohne Kenntnis das ich da war auf mich zu und im letzten Augenblick erschraken wir beide so heftig, dass wir uns sofort zurückzogen.
Es kamen noch 5 weitere Robben hinzu und ich war sehr vorsichtig, sie nicht zu bedrängen. Wer weiss, vielleicht beissen sie ja doch.
Irgendwann verlagerte sich das Tummelfeld rund um mich und ich schaute denn Robben interessiert zu. War wirklich ein tolles Erlebnis.
Als nächstes war Schwimmen mit Walen angesagt ;-). Nein nicht ganz. Die wären imstande, mich gleich zu verschlucken.
Kaikoura ist in der glücklichen Lage, dass nur wenige Kilometer vor der Küste das Wasser auf über 1000m Tiefe abfällt und zudem Reich an Nahrung ist. Hier kommen viele Wale, Orkas und andere Grossfische vorbei. An der Küste gibt es auch einige standorttreue Pottwale.
Mit dem Katamaran-Jetboat fuhren wir in rasendem Tempo in das Gebiet, wo es Wale zu sehen gibt.
Gleich zu Anfang sahen wir gleich zwei Pottwale, die an der Oberfläche Luft tankten, um nach einigen Minuten wieder in die Tiefe zu tauchen und Nahrung zu suchen.
Wir dümpelten in der Nähe eines Wales und schossen wie wild Fotos. Ein Wal!
Der Pottwal hat einen riesigen Kopf und eher einen kleinen Mund. Den sieht man aber nicht vom Boot aus. Man sieht eigentlich nur die Hälfte des Körpers, da der Körper hinten ein bisschen „abgeknickt“ ist.
Und dann kündigte er den nächsten Tauchgang an, indem er sich zuerst ein bisschen aus dem Wasser „stemmte“ um sich dann in die Tiefe „fallen“ zu lassen. so richtig mit schöner Schwanzflosse.
Wenig später sahen wir einen weiteren Pottwal der Luft tankte. Als auch er abtauchte, dachten wir, jetzt würden sie wieder mit dem Hydrophon nach Geräuschen lauschen, als gleich hinter uns der nächste auftauchte. Scheinbar hat er nur darauf gewartet aufzutauchen, da wir auf seinem Kopf trieben.
Wir begrüssten Nick. Scheinbar mit über 20m der grösste Pottwal der Gegend.
Ich wollte später gerade ein Foto machen, als ich etwas Komisches auf dem Wal sah, wie etwas, das auf ihm liegt.
Wir wurden gerade Zeuge (inkl. das erste Mal für die Crew) wie sich der Wal auf die Seite drehte um wahrscheinlich einen Fisch zu essen. was wir sahen, war der Unterkiefer des Wales. Toll!
Im Ganzen sahen wir 5 Wale. Ungewöhnlich viele.
Auf dem Rückweg trafen wir einen grossen Schwarm Tümmler, die um unser Boot herumtollten. Viele Sprünge, Saltos, Backflips etc. Wahnsinnig zum zusehen. Vielleicht sollte ich hier auch noch mit den Delphinen tauchen. Die sehen viel zutraulicher aus.
Ich hab gleich meine ganze Speicherkarte verknipst. Muss wohl einiges löschen, um Platz zu machen.
Nach der Tour entschied ich mich, gleich weiter in den Norden der Südinsel zu fahren. Nach Havelock im Marlborough Sound.
Die Strecke war eher langweilig und abgesehen vom Sonnenuntergang nichts zu sehen.
100m vor meinem Ziel ist mir dann der linke hintere Reifen geplatzt, oder besser gesagt, die Luft ausgegangen, denn einen Knall hörte ich nicht.
Ich hab es eigentlich bereits erwartet, denn es war der älteste Reifen. Schön, dass es nicht irgendwo in der Pampa passierte. So rollte ich gleich zur Jugi, wo ich übernachtete.
Apr. 23 2003
48 Auckland
[17.04.2003] Mangawhai Heads -> Auckland
Ich glaub es nicht. Jetzt wo ich abfahre, ist der Himmel blau. Ich war richtig verärgert. Petrus hat’s wahrscheinlich gehört und ein paar Stunden später war es wieder bedeckt und es fing an zu regnen.
Ich zeigte Juliet stolz meinen Wagen. Bis auf die hintere Windschutzscheibe hatte ich alle Defekte repariert.
So was nennt man Demonstrationseffekt. Irgendwie hatte ich wieder einen Platten. Hinten links. Der Pneu, denn ich vor 3 Wochen gewechselt hatte. Bin wohl etwas „weniger sanft“ gefahren.
Die Werkstatt um die Ecke flickte mir den Pneu und nach einem Kaffee ging’s auf die Testfahrt und an den Strand. Ja keine weiteren Demonstrationseffekte. Da fährt man täglich ohne Probleme mit dem Auto herum und am Schluss hat man Angst, etwas könnte kaputt gehen oder nicht wie gewünscht funktionieren.
Doch alles ging gut. Eigentlich hat Pia, ihre Kollegin das Vorrangsrecht. Aber falls Pia das Auto nicht nimmt, würde sie ihn auf alle Fälle für ihren Sohn kaufen.
So ist sie mit mir zur nächsten Bank gefahren und hat mir einen Vorschuss gegeben. Juhui, so gut wie verkauft. Fast hätte ich das Auto bei der Verfolgungsjagd hinter ihrem Auto her in den Strassengraben gesetzt. Die Bodenhaftung ist nicht gerade die beste. Bin dann ruhiger gefahren und hab sie ziehen lassen. Möchte meinen Wagen noch ganz haben.
Anschliessend bin ich über eine Nebenstrasse nach Auckland gefahren und auf Mt Eden hab ich ein Einzelzimmer in einem Backpackers erhalten.
Platz für all mein Gepäck. Das alles muss noch irgendwie in meinen Rucksack? So aus dem Kofferraum zu leben ist schon bequem.
Da es noch schön war, fing ich an, meinen Wagen von innen zu putzen. All den Sand und Staub der letzten 2 Monaten wegwischen.
[18.04.2003] Auckland, Auto putzen und verkaufen
Heute ist der grosse Tag. Hoffentlich geht alles flott und dann hab ich eine Sorge weniger und kann das Wochenende geniessen.
Ich putzte nochmals von innen nach und fuhr los auf die Suche nach einer guten Waschanlage.
Siehe da, die kennen Handwaschanlagen auch. Bisher hab ich immer nur die automatischen gesehen. Staubsaugen, Bodenmätteli, Motor und Auto waschen. So ein schönes Auto. Man sah aber am vorderen Teil viele „Einschlaglöcher“ von spritzenden Steinen, die man auf Gravelroads vom Gegenverkehr einfängt.
Neben mir viele Asiaten (Koreaner, Japaner oder Chinesen) mit ihren Rennmaschinen. Mir viel ein Mantawitz ein: Warum haben Mantafahrer ein Gitter am Auspuff? Damit sich keine Penner darin verkriechen können. So sah fast mein Nachbarauto aus.
Als ich losfahren wollte, hat mein Auto echt komisch gestottert. Oje, hab’s mir noch fast gedacht, dass ich den Motorraum doch nicht hätte waschen sollen. Hat wohl Wasser in die Kerzen oder sonst wohin bekommen.
Ich bin dann noch eine Stunde rum gefahren, um all das Wasser zu „verheizen“.
Pia war noch ein bisschen krank. Sie hat sich den Wagen mässig angesehen und sich aufs Urteil von Juliet vertraut.
Kurz darauf hatte ich das Auto verkauft und viele viele 20er Noten in der Tasche gehabt. Genau 75 Stück (gibt 1500 NZD). Kann man die wohl auf der Kreditkarte gutschreiben lassen? Hab durch den Kauf und Verkauf nichts gewonnen oder verloren. Hätte es vielleicht auf dem Markt noch teurer verkaufen können. Vielleicht aber auch nicht. So war’s mir jedenfalls recht.
Eine letzte Fahrt ins Stadtzentrum, wo ich zum letzten Mal tankte und Auf Wiedersehen sagte. Langsam fuhr der Wagen weg und verschwand hinter der nächsten Ecke.
Zwei Monate hat er mich rund um die beiden Inseln gefahren. Und nun so ein kurzer Abschied (bin aber in der letzten Nacht heimlich nachsehen gegangen, wie es ihm geht). Stets ruhig und ohne zu murren. Ein treuer Gefährte. Irgendwie fehlt mir etwas. Jetzt bin ich wieder auf meine Füsse und auf meinen Rucksack angewiesen. Es war wirklich schön.
Ich bin nun ziemlich genau 8000 km gefahren, was mich 520 l Benzin und 600 NZD (CHF 450) gekostet hat. Das ganze Abenteuer Auto kam auf etwa 1000 NZD. Etwa gleich wie ein Busticket um beide Inseln. Aber noch lange nicht die Freiheit, um die zahllosen schönen Orte auf dem Weg in aller Ruhe anzusehen.
Zurück nach Auckland. Auf der anderen Strassenseite war gerade der Eingang zum Hafen, wo all die Boote vom American’s Cup gelegen haben. Alles leer und selbst das Gebäude von Alinghi war nicht mehr beschriftet. War wohl zuviel für die Kiwis.
Ich schaute mich noch ein bisschen um und wollte anschliessend noch ein paar Dinge erledigen, bis mir einfiel, dass heute Karfreitag war.
[19.-20.04.2003] Auckland
Heute musste ich das Zimmer wechseln. So fing ich mal an mein ganzes Gerümpel aufzuräumen und einige Sachen wegwerfen. Der Rucksack ist zum Bersten voll. Was hab ich mehr drin als zuvor? Zum Glück bin ich bald zuhause.
Da ich gerade am Aufräumen war, hab ich auch gleich noch die fehlenden Einträge im Tagebuch ergänzt.
Dann ging ich mal in die Stadt, um einiges zu erledigen. Unter anderem hatte ich mein Flugticket noch nicht.
Also ging ich zum Flight Center, wo mein Ticket sein sollte. Ein Mitarbeiter suchte alle Schubladen ab, aber das Ticket war nicht auffindbar. Er rief in Christchurch an, wo ich eigentlich mein Ticket gekauft hatte. Es war dort!
Beim Kauf wurde mir mitgeteilt, dass ich es in Auckland abholen könnte. Zwei Wochen zuvor hab ich angerufen, um sicher zu sein, dass es in Auckland ist und mir wurde mitgeteilt, dass es sich in Auckland befindet.
Tja, was macht man da. Er versprach mir, dass es am Dienstag per Kurier nach Auckland gebracht wird und ich es am Nachmittag abholen könnte.
Ich spazierte durch die Stadt auf der Suche nach guten Lokalen und Internetcafes. Diese Stadt ist wirklich voll Asiaten. Vor allem Koreaner und Japaner, aber auch Chinesen. Viele Schilder, Geschäfte und Restaurants waren in mehreren Sprachen angeschrieben. Man hätte meinen können, dass ich hier nicht in Auckland bin. Wahrscheinlich ist das auch eine Traumdestination von ihnen. Billiger und westlich.
Die ersten 3 Internetcafes waren ein Reinfall. Es waren nicht die chinesischen Schriftzeichen auf dem Bildschirm, die mich irritierten. Ich kenn es mittlerweile auswendig, welcher Menüpunkt was bedeutet. Aber die Asiaten sind so gamesüchtig, dass die Compis verseucht waren mit allerhand automatischen Programm und Schnickschnack, dass ich keine Lust hatte, dass sich jemand auf meinem Server umsieht.
Ich wurde dann doch noch fündig.
Ich hab mir im Kino noch einen einheimischen Film angesehen – Whale Rider. Sie erzählt die Geschichte eines Maori-Volkes, dass scheinbar auf dem Rücken eines Wales hier angekommen ist.
Die Hauptdarstellerin war ein Mädchen, welches der neue Chef des Volkes werden sollte, aber ihr Grossvater sie nicht anerkennt, da sie als Mädchen geboren wurde und auch die Zeichen nicht sieht, dass sie es wirklich sein sollte. Ein wirklich schöner Film.
[21.04.2003] Besuch bei Sez und Tely
Heute Morgen hab ich nicht allzu viel gemacht.
Heute Nachmittag sollten mich zwei ehemalige Chatfreunde, mit denen ich früher viel auf Scoutlink gechattet hatte abholen.
Um 3 kamen dann Sez und Tely mit Paola, einer Austauschschülerin aus Bolivien, mich abholen.
War wirklich cool, sie beide mal in Wirklichkeit zu sehen. Und das Foto im Internet ist auch schon älter.
Bei ihnen zuhause war es wirklich gemütlich. Sie wohnten in einem Vorort von Auckland, dass über 30 km vom Zentrum entfernt ist.
[22.04.2003] Sky Tower, Kelly Tarlton’s
Sez und Tely gingen wieder zur Arbeit und ich fuhr mit dem Bus in die Innenstadt. Ich hab schon fast gedacht, dass ich nicht mehr ankommen würde. Der Bus brauchte über 1.5 Stunden.
Ich ging zuerst zu Garuda Airlines. Ich hatte ja noch ein Ausreiseticket gekauft, das ich stornieren wollte. Irgendwie ist diese Ticketgeschichte wie verhext. Sie wollten das andere Ausreiseticket sehen, dass ich aber noch nicht hatte. Schlussendlich nahmen sie das Ticket und ich musste ihnen das neue Ticket faxen, das ich hoffentlich heute Nachmittag abholen kann.
Den Sky Tower musste man wahrscheinlich als Auckland Besucher mal gesehen haben. Der Sky Tower ist 328 m hoch. Mit dem Lift fuhr ich zur Aussichtsplattform, wo man eine herrliche Aussicht auf die Umgebung von Auckland und den Hauraki Gulf hatte.
Die Adrenalinsüchtigen Kiwis haben natürlich auch hier eine Attraktion. Man springt von 200 m geführt an einer Seilbahn senkrecht in die Tiefe. Fast wie Bungy Jumping, einfach ohne Jojo-Effekt. Das gleiche System, dass man für Filme gebraucht. Das lustige war, dass die Springer nach dem Sprung gleich vor der Besucherplattform in der freien Luft für einige Momente anhielten, bevor sie in die Tiefe stürzten.
Am Nachmittag bin ich dann noch in Kelly Tarlton’s Antarctic Encounter gefahren. Es hat mich Zeit und herumirren gekostet, bevor ich schlussendlich die Busstation dahin gefunden hatte. Sie bauen gerade einen neuen Bus- und Zugbahnhof.
Kelly Tarlton simuliert einen Besuch auf der Antarktis. Mit einem kleinen Schneemobil fuhren wir in eine arktische Landschaft mit Pool, wo es viele viele Königspinguine hatten. Sogar noch zwei Junge, die noch im braunen Pelz waren.
Weiter ging es durch eine Ausstellung und die Bemühungen von Engländern und Kiwis, die Antarktis zu durchqueren und zu erforschen.
Dann kamen auch schon die Fische. Piranhas, Seepferdchen und dann in einem grossen Becken Haie, Rochen und andere Fische. Es hatte wirklich grosse Rochen, aber die Haie waren eher klein. Kurz vor Schluss dachte ich schon, ich würde bei einer Geburt eines Haies dabei sein. Aber irgendwie sah das doch nicht danach aus. Eher nach einem Geschwür oder sonst was, das da dran hing.
Sez kam mich abholen und gemeinsam fuhren wir zum Reisebüro, wo ich hoffentlich endlich mein Ticket erhalten könnte.
Das Ticket war noch nicht angekommen. Anstatt der schnellsten Kurier-Variante wählte Christchurch den Overnight-Kurier, die langsamste. Und der Angestellt dachte nicht daran, dass er vielleicht inzwischen ein Ersatzticket hätte bestellen können. Das Büro von Air Canada war gleich um die Ecke. Ich hätte um 6 wieder kommen können. Toll!
Sez, die am Flughafen arbeitet hat dann ein bisschen eingeheizt und auf den wirklich schlechten Kundenservice hingewiesen. Als er doch wusste, dass das Ticket nicht eintreffen würde, hätte er gleich ein neues Ticket bestellen können.
Schlussendlich vereinbarten wir, dass das Ticket morgen per 1hour-Delivery zum Flughafen gebracht wird.
Am Abend organisierte Sez und Tely eine kleine Pfadigrillparty mit einigen ihrer Kollegen. War wirklich toll und wir hatten Spass.
[23.04.2003] Auckland
Heute ist Abflugtag. Hoffentlich erhalte ich mein Ticket noch rechtzeitig.
Ich packte meine Sachen und unterhielt mich noch ein wenig mit Paola.
Um 11 Uhr rief Sez an. Sie hatte bisher noch kein Ticket erhalten.
Schlussendlich um 12:45, 3.5 h vor Abflug, rief Sez an und teilte mir mit, dass sie nun schlussendlich mein Ticket erhalten hat. Ist wirklich krass. Sie rief um 11 an und fragte, wann sie das Ticket nun erhalte. Theoretisch wäre 11 Uhr deadline gewesen. Sie meinten, sie hätten es noch nicht erhalten, warten aber auf den nächsten Kurier. Dann machte sie ihnen ernsthaft Dampf und verlangte sofort ein Ersatzticket, das sie dann als sie mich anrief, erhalten hatte.
Sie holte mich ab und brachte mich zum Flughafen, wo ich eincheckte, etwas ass und um 16 Uhr das Flugzeug bestieg.
Hier endet das Abenteuer Neuseeland. Es hat sich absolut gelohnt und kann es jedem empfehlen, der mindestens zwei Monate Zeit hat.
By ecki • Weltreise 2002/2003 0