Dez. 9 2002
#27 Hoi An
[06.12.2002] Mui Ne -> Nha Trang
Jedes Paradies hat einmal ein Ende. Wir badeten noch ein letztes Mal und assen ein feines Frühstück und um 13:30 standen wir an der Strasse und warteten auf den Bus.
Endlich nach einer halben Stunde kam er. Wir hatten einen grossen Bus, der uns in 5 Stunden nach Nha Trang fuhr. Die Strasse war meistens in gutem Zustand, halt immer mit viel Verkehr und Gehupe.
Als wir in Nha Trang ankamen, kam einer der Brüder (Reiseunternehmen) an Bord und schärfte uns ein, dass Nha Trang ein sicheres Pflaster ist, aber das man dennoch sich am Abend nicht am Strand und in dunklen Strassen aufhalten soll. Auch unser Reiseführer enthielt diese Information. Wo sind wir da gelandet?
Wir waren überaus froh, dass wir länger in Mui Ne geblieben sind, anstatt hier am händlerüberfluteten Strand.
Etwas Gutes gab es trotzdem. Ein original italienisches Restaurant, das einem Italiener gehörte. Feine Pasta und Pizza mit echt italienischem Wein.
[07.12.2002] Nha Trang -> Hoi An
Heute war ein grosser Reisetag. Unser Endziel ist Hoi An, was 12h entfernt ist.
Wir standen um 5:30 auf, packten, frühstückten und um 6:30 kam unser Bus und lud uns als letzte auf. Eigentlich wollten wir die ersten sein, aber der Bus fuhr zuerst zu allen Hotels und dann erst zum Reisebüro. Dennoch waren unsere Lieblingsplätze noch frei. So konnte ich meine Beine strecken und es gemütlich haben.
Die Fahrt war wirklich lange und der Zustand der Strasse war nicht zu vergleichen mit den bisherigen Strassen. Viele Baustellen, schmale zum Teil geteerte, löchrige Strassen. Ab und zu auch welche in gutem Zustand.
So fuhren wir den ganzen Tag Bus und kamen erst um 20 Uhr in Hoi An an.
Die übliche Hoteltour, aber die Hotels waren sehr gut bebucht. Als Letzte fuhr er uns in unser „Wunschhotel“ etwas ausserhalb, dass auch günstiger war.
[08.12.2002] Treffen Reto + Uyen, Shopping, Cua Dai Beach, Streetrestaurant
Ein paar Freunde sollten heute auch in Hoi An ankommen. Reto aus dem gleichen Dorf wie ich mit seiner vietnamesischen Frau Uyen.
Zuerst frühstückten wir ausgiebig und Xani liess sich eine Haarwaschung aufschwatzen. Wir folgten der Dame durch den dicht gedrängten Markt und verschwanden irgendwo zwischen den Ständen in einem kleinen Laden.
Dort wusch die Dame mit allerlei Shampooarten, Zitrone und Tamarinde Xanis Haare. Das Wasser kam von einer grossen Tonne und das Warmwasser wurde draussen gekocht. Sah spannend aus. Zumindest wunderte ich mich, ob sie es hinkriegt, dass die Haare immer noch kämmbar bleiben. Doch das Endprodukt war gut.
Dann trafen wir Reto, seine Frau Uyen und ihre Familie beim Mittagessen. Es ist schön, wieder mal Freunde aus der Schweiz zu treffen.
Hoi An ist die Schneiderstadt Vietnams. Es gibt hier über 200 Schneidergeschäfte. Xani wollte sich ein paar Kleider machen lassen und Uyen beriet uns in der Geschäftswahl.
Sie wusste ungefähr was sie wollte. Natürlich versuchten die Schneiderinnen mir auch etwas zu machen, doch ich liess es bleiben. Hab kein Platz in meinem Rucksack. Ich werde dann in Bangkok etwas machen lassen.
Anschliessend fuhren wir mit dem Motorrad zum Strand, setzten uns in Liegestühle und unterhielten uns. Immer wieder kamen Händler vorbei, aber es war glaub ich nicht so schlimm wie in Nha Trang. Wir waren jedenfalls dankbar, dass es solches Verhalten in Mui Ne (noch) nicht gab.
Am Abend luden sie uns in ein Strassenrestaurant ein. Viele kleine Höckerchen und kleine Tische. Das Essen war fein. Wenn sie nichts mehr haben, packen sie zusammen und gehen nach Hause. Coole mobile Küche.
Nachher kauften wir uns ein Flugticket für Hanoi und shoppten weiter herum.
Xani liess sich noch weitere Kleider schneidern. Ich liess mir wenigstens ein paar Kleider ausbessern u. a. mein rotes T-Shirt mit Schweizerkreuz. Ein Freund hat mir das Zum Abschied geschenkt. Leider ist die Farbe schon in Moskau ein wenig abgeblättert, da die Waschmaschine meine Kleider mit 90°C wusch. Jetzt hab ich ein Schweizer Kreuz aus Seide. Ist doch toll! Zudem liess ich mir einen Schlafsack aus Seide machen. 2.60m lang. Ein bisschen gross, aber besser als zu klein.
[08.12.2002] Shopping, Lunch Reto + Uyen, Stadtrundgang, Karaoke
Heute ging es weiter mit dem Kleider shoppen. Es regnete ohnehin, sodass man nichts Schlaues machen konnte.
Die ersten Kleider waren bereit zum anprobieren. Ein paar Korrekturen mussten noch gemacht werden. Am Vormittag besuchten wir immer wieder den gleichen Shop und Xani liess Korrekturen machen und am Nachmittag beim anderen.
Zum Mittagessen trafen wir wieder unsere Freude.
Am späteren Nachmittag machten wir trotzdem noch einen Stadtrundgang und besichteten die alten Häuser der Kollonisten.
Nach einem feinen indischen Nachtessen hiess es mal wieder Karaoke. Für Xani das erste Mal. War eigentlich ganz lustig.
Dez. 14 2002
#28 Halong Bay
[10.12.2002] Hoi An -> Hanoi, Wasserpuppenspiel
Schon wieder weiter. Mit dem Flugzeug flogen wir von Hoi An nach Hanoi. Der Bus oder Zug hätte über 17h gebraucht und diese Zeit wollten wir sparen.
In Hanoi war es sehr kühl, was wir uns gar nicht gewöhnt waren.
Grosses westliches Frühstück und anschliessend Hotel beziehen. Wir erhielten ein Zimmer in der Grösse einer Dancehall. Na ja nicht ganz, aber es war trotzdem riesig mit zwei Doppelbetten und Bad.
Wir wollten zwei bis drei Tage in der Halong Bay verbringen bevor es weiter geht nach Laos. Mit einer Tour geht das am effizientesten.
Die meiste Zeit gebrauchten wir um einen vertrauenswürdigen Anbieter zu finden, der Stil hat. Keine Massenabfertigung wie es hier scheinbar einige hat.
Im Internetcafe schauten wir uns den Wetterbericht an. Morgen Regen, dafür aber anschliessend schönes Wetter. Na ja, der erste Tag fahren wir ohnehin nur Bus und Schiff.
Wie es der Zufall will, traf ich schon wieder Bekannte. Monique und Alessandro. Wir laufen uns dauernd über den Weg. Zuerst in der Transsibirischen, dann in Beijing und später wieder in Guilin. Und jetzt hier in Hanoi. Die Welt ist ja so klein.
Sie waren gerade auf einer solchen Tour und konnten uns einen Anbieter empfehlen.
Am Abend besuchten wir noch ein Wasserpuppenspiel. Es war wirklich sehr schön, aber ich war ein bisschen müde.
Ein Wasserpuppenspiel ist ein Theater, in dem die Puppenspiele hinter einem Vorhang im Wasser stehen und mit an Stäben befestigten Puppen ein Theater spielen. Die Stäbe sind natürlich Unterwasser.
[11.12.2002] Halong Bay Tour, Regen, Surprising Cave, Hotel
Eigentlich wurden wir um 7:30 beim Tour Office erwartet, doch wir waren kurz nach 7 bereits bereit. Da klopfte es auch schon. Der Tourguide stand vor der Tür und holte uns ab. Ein bisschen früh zwar, aber na ja.
Beim Bus ging Xani mit dem Reisegepäck hinein und ich sagte, dass ich schnell unser restliches Gepäck ins Touroffice bringe.
Eine Minute später war ich wieder zurück, aber der Bus mit Xani war schon weg.
Janu, dann warte ich halt, bis er zurück ist und kaufte Frühstück ein. In Hanoi ist das ganz einfach. Man stellt sich an die Strasse und wartet, bis das richtige Joch mit zwei grossen Körben vorbeikommt. In einem Artikel hab ich gelesen, dass ein ganzes Warenhaus durch die Strassen zieht, mit den unterschiedlichsten Waren. Man braucht somit sich gar nicht zu bewegen. Die Ware kommt zu dir.
Mit dem Bus fuhren wir zur Halong Bay. Es regnete, aber immerhin sollten die restlichen Tage schönes Wetter versprechen.
In der Halong Bay stiegen wir in ein Schiff um, wo wir gleich verköstigt wurden.
Der Regen hatte aufgehört, sodass wir draussen sitzend die Landschaft bestaunen konnten. Ähnlich wie in Guilin (China) hat es hier sehr viele Karstberge. Mit dem Unterschied, dass sie hier im Wasser stehen und in Guilin an Land. Früher waren sie auch noch „an Land“. Aber das ganze Plateau sinkt mit der Zeit immer tiefer.
Wir besuchten ein Höhle, Surprising Cave, die 3 gigantische Kammern hat. Es sah wirklich bezaubernd aus und die Vietnamesen haben sich wirklich Mühe gegeben und die Kammer mit verschiedenen Farben ausgeleuchtet. Insbesondere die Decke faszinierte mich. Wie Sanddünen. Nur auf dem Kopf.
Weiter ging es nach Cat Ba, einer Insel. Leider durften wir nicht mehr auf dem Boot übernachten. Kein Boot durfte Übernachtung anbieten. Die vorherige Tour durfte noch. Man sagte uns wegen den bisherigen Touristen, die zuviel Radau machten, aber ich denke eher an eine Ankurblung der Hotelindustrie, da die sonst Leerstehen. Wir hörten dann, dass am Samstag wieder auf dem Boot übernachtet werden darf.
Schade, ein einmaliges Feeling verpasst. Das Hotel war eher mittelmässig und kalt, aber was soll’s.
[12.12.2002] Halong Bay Tour, Fishing Village, Military Mountain, Kajak
Juhu, die Sonne schien. Ein bezaubernder Tag bei den Karstbergen.
Wir waren nur noch 4 Touristen, 4 Schweizer. Die anderen hatten nur für zwei Tage gebucht.
Mit einem kleinen Boot fuhren wir durch die Seewege zwischen den Karstbergen. Wir sahen einige Häuser auf Plattformen aus Schaumstoffblöcken. Einige sogar zweistöckig. Wäre wirklich nett hier zu wohnen. Lustig ist, dass jede Plattform ihren eigenen Hund hat. Wo will der Rumrennen?
Wir gingen an Land und liefen zu einem kleinen Dorf. Die Kinder hier sind ganz aufgeregt. Die haben wohl noch keine Überdosis an Touristen erhalten und betrachten Touristen als herrliches Spielzeug.
Wir bestiegen einen kleinen Berg. Der Aufstieg ging noch. Der Weg war sehr lehmig und feucht vom Regen. Ich mochte gar nicht an den Abstieg denken.
Oben hatten wir eine herrliche sonnige Aussicht auf die Insel und die Buchten.
Beim Abstieg verhielt ich mich wie ein Affe. Ich hangelte mich von einem Baum zum nächsten mit dem Unterschied, dass ich auf dem Boden runterrutschte.
Im Dorf assen wir zu Mittag und später ging es zurück zum Boot.
Wir stoppten bei einer kleinen Insel, wo wir mit Kajaks die Umgebung erkunden konnten. Xani schaute mit der Taucherbrille in die Tiefe. Viele Korallen hatte es nicht und das meiste war tot.
[13.12.2002] Halong Bay Tour, Geburtstagsessen
Die Rückfahrt war nicht so spektakulär. Auch das Wetter war eher trüb. Zum Glück hatten wir am Vortag wunderbares Wetter.
Wir speisten in einem Restaurant, das noch im Bau war. So muss man es machen. Mit dem verdienten Geld gleich den Weiterbau finanzieren. Aber das Gute war, dass man in der Nähe Kokosnüsse kaufen konnte.
Auf der Busreise zurück nach Hanoi stoppten wir an einem Shop, der u. a. Haifischflossen verkaufte. Was für eine Abartigkeit. Aus Protest ging ich gar nicht erst hinein.
Das war’s mit dem Ausflug in die Halong Bay.
Vom Reisebüro erhielten wir auch noch unsere Tickets für den Flug nach Vientiane, Laos.
Einchecken ins Hotel. Xani liess mich ziehen, um noch einen Flug nach Luang Prabang abzuklären und noch Geld herauszulassen. Heute war ihr Geburtstag und ich wollte noch einen Tisch reservieren und eine Torte auftreiben. Alles in der kurzen Zeit.
Die Suche nach der Fluggesellschaft Laos Aviation zog sich hin, da sie umgezogen sind. Aber ich wurde fündig. Den Anschlussflug nach Luang Prabang würden wir verpassen. Mist. Wir hatten nicht mal eine Woche in Laos und der Grenzübergang war wieder in Vientiane. Also mit dem (Nacht-) Bus in 11h nach Luang Prabang. Janu, mal sehen.
Nun musste ich mich sputen, um alles zu organisieren ohne das Xani skeptisch würde. Alles lief bestens.
Anschliessend führte ich Xani aus. Wir shoppten zuerst ein bisschen und dann gingen wir in ein genial feines Vegi-Restaurant. Wirklich spitzenklasse.
Wir bekamen einen Tisch mit einer Rose. Gleich darauf kam die Torte, die ich aufgetrieben habe. Janu, hab mir gedacht, sie würden es erst zum Dessert bringen. Aber die Überraschung war komplett. Und das Essen erst. Phänomenal!
By ecki • Weltreise 2002/2003 0