Dez. 18 2002
#29 Laos
[14.12.2002] Hanoi -> Luang Prabang, Massage
Laos, das Lieblingsland vieler Traveller und das Land meiner Träume: friedvolle ruhige Umgebung, angenehme und freundliche Leute, viel Kultur, keine aggressiven Händler und alles ein bisschen günstiger.
Wieder mal fliegen. Hab das Gefühl ich fliege die ganze Zeit. Es wird Zeit, dass ich wieder auf dem Boden bleibe.
Xani war zuerst skeptisch, ob Laos Aviation überhaupt vertrauenswürdig und sicher ist. Wir flogen mit einer zweimotorigen Propellermaschine nach Vientiane. Ab und zu schüttelte es schon, aber ich fand das cool. Die Landung jedenfalls war gut.
Auf dem Flugfeld fragte ich jemand, die aussah, als würde sie English sprechen, welches Flugzeug nach Luang Prabang fliegen würde und wann. Sie zeigte auf den gleichen Vogel und er würde in 20 Minuten fliegen. Würden wir das schaffen?
Wir stressten nicht und falls wir es schaffen würden, gut für uns, ansonsten auch gut.
Die Immigration war kurz und bündig. Das Gepäck war auch schon da. Na dann, versuchen wir es.
Wir fanden heraus, dass wir für Inlandflüge in ein Nebengebäude müssen. Alles sah ein bisschen improvisiert und nicht regelhaft aus. Wir sind ja auch in der Provinz obwohl Vientiane die Hauptstadt ist.
Im Nebengebäude war der Ticketschalter nicht besetzt. Also mal im Check-In nachsehen. Ah, die Verkäuferin war da. Wieder zurück, Ticket kaufen, in einem anderen Gebäude die Kreditkarte belasten, währenddessen Xani das Gepäck durch eine Serie von Scannern eincheckte.
Die Zeit ging gerade auf und ich wollte das Gepäck schnappen und zum Flugzeug laufen. So geht das nicht. Ich hoffte nur, dass sie das Gepäck zum Flugzeug bringen.
Wir wieder zurück in die „Abflughalle“. Departuretax zahlen (zum guten Glück nahmen sie Dollar), das handgeschriebene Ticket kontrollieren lassen, durch den Scanner laufen und dann zum Flugi rennen. War unser Gepäck schon da?
Irgendwie war das ganze so irreal, ob das alles klappen würde. Aber es klappte irgendwie. Nur noch einen kleinen Hopser (der uns 11h Bus ersparte) und wir flogen in Luang Prabang ein. Vom Flugzeug sah die Stadt oder das Dorf gut versteckt zwischen den Bäumen aus. Jetzt sind wir wirklich auf dem Land.
Der „Flugplatz“ bestand aus der Piste und einem Haus.
Zum guten Glück gab es auf dem Flughafen ein Wechselbüro. Hatte schon erwartet, kein Geld mehr zu erhalten.
Auch hier wird man schnell zum Millionär. Früher als der Kurs 3000 Kip zu 1 Dollar war, war die grösste Note 1000 Kip wert. Damals ging man noch mit einer Einkaufstüte Geld zum Einkaufen.
Heute sind 10000 Kip 1 Dollar wert. Zum guten Glück gibt es jetzt auch eine 5000-Kip-Note und 20000 er und 50000er sind in Planung. Trotzdem, die höchste Note hat 50 Cent wert. Für meine 100 USD bekam ich zwei dicke Bündel a 100 Noten. Fühlt sich gut an ;-).
Mit einem unaufdringlichen Tuk-Tuk fuhren wir günstig in die Stadt, wo wir bald ein gutes Guesthouse fanden.
Hier in Luang Prabang ist es wirklich gemütlich. Keine Hektik. Wenig Verkehr. Rushhour gibt es, wenn die Kinder von der Schule kommen.
So lässt es sich Leben. Wir genehmigten uns noch eine Massage beim Roten Kreuz mit Kerzenlicht, da für längere Zeit der Strom ausgefallen war.
[15.12.2002] Pfadigruppe?, Tempel, Sonnenuntergang
Ein Stadtrundgang mit der Besichtung der Vielzahl an Tempeln war notwendig.
Auf dem Weg zum Ausgangpunkt trafen wir so was wie eine Pfadigruppe. Vielleicht war es auch keine, aber die jungen Führer hatten eine Krawatte, aber die Kids nicht. In der Nähe standen auch ein paar Zelte. Jedenfalls spielten sie ein paar Spiele.
Wir besuchten viele Tempel, neue und alte, hübsche und hässliche. Es gibt viele buddhistische Tempel hier.
Wir lernten einen Mönch kennen, der gut Englisch sprach und uns einiges an Traditionen und das Leben hier erzählte.
Am Abend stiegen wir auf einen kleinen Hügel, wo wir den Sonnenuntergang genossen.
[16.12.2002] Pak Ou Caves, Hmong Village
Am Ufer charterten wir ein langes Boot, das uns auf dem Mekong hinauf fuhr. Wir wollten ein paar Höhlen besuchen, die weiter oben am Mekong lagen.
Das Boot war recht schnell und der Motor kreischte auch nicht. Doch ab und zu wurden wir von Speedboats überholt. Die hörte man schon von weitem und lange danach. Einen Riesenlärm. Grässlich! Wie ein Düsenjet. 6 Passagiere mit Jacke und Helm fetzten mit einem kleinen Boot mit „Raketenantrieb“ vorbei. Der Fahrer hatte meistens keinen Schutz und schielte nach dem was vor ihm lag. Der hat doch einen Gehörschaden.
Ansonsten war es recht gemütlich. Wir besichtigten ein paar Dörfer, die auf dem Weg lagen.
Die Pak Ou Caves sind zwei Höhlen, die sich zu einem Wallfahrtsort gemausert haben. Früher noch Sitz des Wassergottes wurde er durch Buddha abgelöst. Die Höhlen sind voll von Buddhastatuen.
Nach einem Lunch in einem wackeligen Restaurant überzeugten wir den Fahrer, uns noch in ein Dorf der Hmong zu fahren.
Das Dorf wird seltener besucht und war recht eindrücklich. Wir wurden von vielen Kindern begrüsst, die Armbändel verkaufen wollten. Ein „Chef“ vom Dorf lud uns ein und zockte uns Geld ab. Ist schwierig, in einem Haus voller Leute nein zu sagen. Na ja, war nicht viel und scheinbar für einen guten Zweck.
Wir schauten uns noch ein wenig im Dorf um, begleitet von einer Traube Kinder.
Was mir auffiel, war, dass praktisch keine arbeitsfähigen Erwachsene da waren. Nur Kinder und ältere Leute.
Laos ist einer der Hauptexporteure von Opium. Zwischen 100 und 200 Tonnen werden jährlich hergestellt. Und Hmong gehören zu einer Minderheit, die Opium produzieren. Der „Chef“ verneinte zwar meine Frage wegen Opiumanbau, aber es könnte trotzdem gut sein.
Zurück in Luang Prabang besuchten wir eine Vorführung über lokale Traditionen. Zuerst sangen sie einige Lieder, anschliessend führten sie einige Theater auf, verkleidet in grauselige Masken, wie es im Buddhismus Tradition hat.
[17.12.2002] Kuang Si Falls
Der Besuch der Kuang Si Falls war einer unserer Höhepunkte.
Mit einem Tuk-Tuk fuhren wir etwa eine Stunde zu den Wasserfällen.
Die Fälle sahen von unten schön aus, waren aber nicht so spektakulär. Das kam danach.
Ein schmaler Weg führte entlang nach oben, wo wir in der Mitte links zum Wasserfall abbogen. Wir wurden recht nass, da der Weg durch kleine Bäche und Fälle führte.
Einige Wege und Klettereien weiter kamen wir zu einem kleinen Becken, das zum Baden einlud. Das Wasser war recht kühl, aber der Whirlpool, das der Wasserfall kreierte war toll. Anschliessend gingen wir noch ganz nach oben, wo das Flüsschen sich über die Kante stürzte. Der Blick von oben war schon toll.
Zurück in Luang Prabang gingen wir noch auf den Markt, wo wir Tücher einkauften. Im Handeln war ich ziemlich erfolgreich. Es ging soweit, dass mir eine Händlerin anbot, das Tuch abzukaufen, was ich kurz vorher erworben hatte. Vielleicht könnte ich einen Para-Market eröffnen?
Jan. 9 2003
#30 20. World Scout Jamboree Thailand
So, endlich folgt der Bericht zum Jamboree.
Ich war am 20. World Scout Jamboree in Sattahip, Thailand unter dem Thema „Share Our World, Share Our Cultures“. Das Jamboree ist ein Treffen aktiver Pfadfinder und Pfadfinderinnen im Alter zwischen 14 und 17 Jahren. Es findet alle vier Jahre statt und wird jedes Mal an einem andern Ort abgehalten. Organisiert wird es von einem speziellen OK des Gastgeberlandes unter der Schirmherrschaft des Weltpfadfinderbundes (WOSM).
Nun ich bin natürlich etwas älter als 17 Jahre, weshalb ich als Staff (International Service Team) mitging. Mit knapp 1000 PfadfinderInnen (davon 250 Staff) stellte die Schweiz eine der grössten Delegation.
Weitere Infos zum Jamboree finden sich auf www.jamboree.ch und www.worldscoutjamboree20.org.
Ankunft
Nachdem meine Freundin leider wieder in die Schweiz zurück musste, schloss ich mich am 23. Dezember der Schweizer Staff Delegation an. Am 24. Dezember tuckerten wir mit dem Zug, das gleich hinter dem Hotel stand Richtung Süden. Schon im Zug ging das fröhliche Kennen lernen los, denn wir waren nicht die einzigen. Es hatte viele Engländer, die aber tot wie Fliegen waren, da sie ununterbrochen von England aus unterwegs waren. Weiter gab es Leute aus Malaysia, Indonesien und glaub ich Schweden. Aber soweit kam ich gar nicht, denn ich musste wieder umdrehen, damit ich rechtzeitig wieder bei meinem Wagen war.
Die Fahrt dauerte etwa 4 Stunden. Das Jamboree hatte ihren eigenen Bahnhof. Alles aussteigen, Getümmel mit viel Gepäck. Am Bahnsteig standen 20 Busse, die uns zur Registrierung fuhren. Weiter ging es dann zum Camp der IST (Staff). Das Camp ist ein wenig abgesondert und hat einen eigenen Teil des Beaches.
Infrastruktur
Das ganze Jamboree Gelände lag an einem langen schönen Beach in einem Navy Gelände. Überhaupt war alles sehr navylastig. Die Navy bewachte das Gelände auf dem Land, machte Eintrittskontrollen, sodass eigentlich niemand unerlaubtes auf das Gelände kam. Als die Teilnehmer am 27.12. ankamen, kamen auch 3 Kriegsschiffe, die sich in der Bucht gemütlich machten und das Gelände vor möglichen Attacken bewahrte. Alle Fischerboote wurden vertrieben. In der Nacht leuchteten die Schiffe wie Weihnachtsbäume und die Silhouette des Schiffes mit den Kanonen war unverkennbar. Sicherer ging es fast nicht mehr. (Nun ja, ich durfte mal auf ein Schiff, was eigentlich niemand darf und konnte das Schiff besichtigen. Beeindruckend. Viele hatten aber frei und fischten. Überall hingen Fische zum trocknen. Aber Pssssst…)
Und erst die Infrastruktur. Viele Duschen, WC’s, Einkaufsmärkte. Wasser zum Duschen hatte es genug. Es wurde extra noch ein Reservoir angelegt. Eines der saubersten Pfadfinderlager, die es wohl je gegeben hat. Zwei- oder mehrmals Duschen pro Tag war gang und gäbe. Wann immer man Lust dazu verspürte.
Nun, zurück zu unserer Ankunft. Es dunkelte bereits ein und mit 250 Personen noch ein paar Plätze zu finden dürfte nicht einfach sein. Es hatte 3 Lagerdörfer. Nach einem klugen Plan hätte man Jobweise sich den Lagerdörfer anschliessen müssen, aber das war doch recht kompliziert. Die Campleitung entschloss sich dann, uns alle im Camp 3 was direkt am Meer lag einzuteilen. Wir erhielten luftige Zelte die für 4 Personen gedacht waren. Auf dem Zelt stand zwar für 6 Personen, aber Thais sind ja nicht so gross wie wir, insbesondere nicht wie ich.
Als wir das Zelt aufgestellt hatten, sah es aber mehr aus wie für 3 Personen mit Gepäck. Als ich schlafen ging, stellten wir alles Gepäck vor das Zelt sodass 4 Personen Platz hatten. Am Morgen waren wir aber bereits zu fünft. So schnell geht das π In der Nacht darauf schlief ich dann am Strand bevor sie uns später verboten am Strand zu schlafen. War sehr schön.
Wir feierten am 24. und 25. eine grosse Weihnachtsparty. Keine Tannenbäume und Geschenke und so. Es wurden auch keine Weihnachtslieder gesungen. Die Campleitung organisierte einfach eine Disco. War eigentlich ganz toll. Ich habe viele neue Leute kennen gelernt, insbesondere Thais. Die sind hier ja alle so freundlich und lächeln andauernd „a country of smiles“.
Job
Am 25. und 26. wurden wir auf die Lagerregeln und unsere Jobs trainiert. Rauchen nur in speziellen Zonen. Alkohol verboten.
Ich wollte irgendetwas mit Wassersport machen und hatte ein umfangreiches Dossier geschickt. Eigentlich wollte ich im Koordinationsteam mitmachen, aber zuerst wollten sie mich zum Segeln schicken. Segeln ist eigentlich auch ganz toll. Nur nicht Schnorcheln. Am Beach zu Schnorcheln stell ich mir nicht so spannend vor, zumal ohne Taucherflasche.
Doch als ich das Team kennen lernte, war es doch einige Schuhnummern zu gross. Alle waren Seascouts mit langjähriger Erfahrung. Einige auch Instruktoren. Hier war ich definitiv am falschen Platz. Am Tag zuvor war ich der erste, der mal ein Windsurfbrett auslieh und ich fand, dass ich nach 8 Jahren und einem kurzen Fresh-up in Moskau noch ganz gut in Schuss war. Nie ins Wasser gefallen. Da wollte ich sein und durfte dann das Team wechseln.
Ich hab die Thais bereits am Vortag kennen gelernt und fühlte mich wohl hier. Die Thais waren alle von der Navy. Es schien, als ob die Navy die besten Leute hier in „Urlaub“ geschickt hat. Olympiasurfer, Instruktoren und weitere Freaks. Tolle Leute. Im Team waren auch noch eine Amerikanerin, eine Finnin, ein Schwede, eine Norwegerin, ein Holländer und noch 2 weitere Schweizer.
Wir fuhren am 27. und 28. ein bisschen herum, bauten und organisierten unser Equipement bis am 29. die ersten Teilnehmer zum Surfen kamen.
An Aktivitätstagen konnten die Teilnehmer verschiedene Programme besuchen. U. a. auch uns von ‚Face the Waves‘. Von morgens um 8 bis abends um 5 standen wir am, im und auf dem Wasser. 4 Gruppen a 40 – 50 Teilnehmer kamen jeweils. Mittagspause von 12 bis 1 Uhr, wo wir jeweils schnell mit dem Boot zu unserer Cafeteria am anderen Ende des Camps fuhren.
Es machte mir sehr viel Spass, den Pfadfindern das Surfen beizubringen. Ich bin zwar kein geschulter Instruktor, aber hab doch recht gute Erfolge erzielt und die Kids hatten meistens Spass. Einige konnten nach 1.5 h bereits herumkurven und andere hatten noch immer Probleme die Balance zu finden. Ich muss auch hinzufügen, dass die Bedingungen immer wechselten. Ebbe und Flut, Wind vom Meer oder vom Land, mal viel mal wenig, etc.
Am Abend nach dem offiziellen Finish um 5 luden wir auch einige Staff ein, das Windsurfen auszuprobieren, da sie durch den Tag keine Chance hatten, es zu versuchen. Manchmal bin ich auch abgerauscht, da es so vieles gab, dass ich noch machen wollte.
Abendprogramm, Kulturen, Food
Zurück zum Camp und Duschen. In einer Viertelstunde zur Cafeteria laufen, die am anderen Ende des Camps lag. Ich war dort zugeteilt, da mein Arbeitsort scheinbar näher von dort ist. Die beiden Cafeterias waren sehr gross. Musste natürlich für die paar tausend Staff reichen. Das Essen war sehr amerikanisch, obwohl eigentlich nicht viele Amis da waren.
McDonalds, Pizzahut und noch andere Fertiggerichte wechselten sich ab. Nichts von frischem feinen Thaifood. Es gab schon Thaifood. Doch dieser war abgepackt und zum Aufwärmen in der Mikrowelle bestimmt. Eigentlich irgendwie schade. Als das Lager zu Ende ging, gab es auch frischen Thaifood, endlich.
Nun, nachdem ich gespiesen hatte, gab es Abendprogramm. Bei den Staff stieg immer eine Disco, die ich meistens verpasste, wenn ich um 10 oder 11 zurückkehrte. Die Unterlager zu durchstöbern und ‚Crossroad of Cultures‘ anzusehen war viel interessanter und spannender.
In der Lagermiete fanden sich 3 Gebiete, je mit einem eigenen Angebot.
‚Crossroad of Cultures‘ war für das direkte erleben einer fremden Kultur da. Ateliers zum musizieren, Food probieren, Kleider anprobieren, Boxen und noch vieles mehr. Am Abend gab es immer Darbietungen aller möglichen Kulturen auf einer grossen Bühne.
‚City of Science‘ brachte die Technik etwas näher. Robotik, Funken, Satellitenschüssel bauen, Computer u. v. m.
‚Global Developement Village‘ brachte Themen zum Diskutieren und Erleben. Pfadfindergruppen trafen sich zu Themen wie Minen, Aids, Demokratie, Kinderrechte, Menschenrechte, Frauenrechte aber auch alternative Energien und Naturschutz.
Feiern
Abgesehen von unserer Arbeit, die nur an Aktivitätstagen stattfand, gab es auch Freitage und Feiern.
Am 28.12. war die Eröffnungszeremonie. Eine Thailänderin, die ich kennen lernte, arbeitete für Special Events und ich war so frech und sah mir die Zeremonie schon 2 Tage früher an der Generalprobe aus nächster Nähe an. War sehr schön. Am 28. waren wir vom Staff so weit hinten, dass wir kaum was mitbekommen haben. Zuerst wurden wir alle begrüsst und kurz darauf fuhren einige Wagen auf dem Hügel hinter uns zur wunderschönen Tribüne. Sie war für den König bestimmt, der zu Besuch kam. Es gab auch viele Offiziere der Navy mit ihren Gattinnen. Wir durften alle aufstehen und den Worten des Königs und des Premiers lauschen. Dann fing es endlich an. Präsentation aller Flaggen der über 100 Länder, die hier vertreten waren. Eine Präsentation aller 19 vorherigen Jamborees mit dem 20. Aus Thailand auf einem Elefanten. Toll fand ich die Darbietung von einigen hundert Kampfsportlern des Muay Thai (Thaiboxen). Weiter gab es einen Flaggentanz. Scheinbar wurde die Flaggensprache, die auf Schiffen gebräuchlich ist, hier in Thailand erfunden.
Dann war das Lager eröffnet und wir durften zurück zum Gelände. Wo bleibt da die ausgelassene Eröffnungsparty? Alles war sehr förmlich.
Die Neujahrsparty war im ähnlichen Stil. Alles ein bisschen thailandlastig. Kein Share our Cultures. Jedenfalls hatte ich trotzdem Spass. Ich tollte mit meinen thailändischen Freunden herum, insbesondere mit Shaggy und Son, den beiden Partyhelden. Wo die waren, war immer Party. So waren wir einige Thais und ein paar Farangs (Fremde) und wir tobten durch die Menge bis um 2 Uhr morgens. Die anderen Schweizer kamen nicht so in Stimmung.
Zurück in unserem Camp legte ich mich an den Strand, hörte dem Gitarrenspiel zu und wartete, bis es morgen wurde. Um 6 Uhr feierten wir dann das Schweizer Neujahr. Dann frühstücken, duschen und ab zum schlafen. Nicht im Zelt, da es viel zu heiss war zum drin schlafen.
Die Abschlussfeier war dann viel internationaler. Die Delegationsleitungen konnten erreichen, dass das Programm geändert wurde. Viele Darbietungen aus allen möglichen Ländern. Auch die anschliessende Party hatte es in sich. Leider hatte ich mir am Tag zuvor beim Ringen den Fuss verstaucht, sodass ich ausfiel. War nicht weiter schlimm.
Freunde
Neue Freunde finden war sehr einfach. Im Job, an Partys oder einfach auf dem Weg.
Ich hielt vor allem Ausschau nach Nationen, die nicht so bekannt waren und solche die ich auf dem Heimweg besuchen konnte.
Abgesehen von den vielen Thais traf ich auch andere Länder. Ich traf auch eine Delegation aus dem Libanon und wurde gleich zum Essen eingeladen. Reizende Leute und eine interessante Kultur. Da möchte ich mal hin. Bangladesh, Jugoslawien, Kroatien, Malaysia und viele viele westliche Länder. Alles sehr international. Alles sehr friedlich und interessiert. Ein Traumland.
Von den Thais bekam ich bald einen Spitznamen, um über mich zu tratschen, da ich jeweils auf das Wort Farang (Fremder) reagierte und wissen wollte, was los ist. Doch bald lüftete man das Geheimnis. „Yoi“ hiess soviel wie lockig. Der ist mir dann geblieben und viele nannten und grüssten mich dann so.
Zusammenfassung
Tja, das Lager war irrsinnig toll. Keine Ängste, keine Sorgen. Doch eine: Angst etwas zu verpassen, was andauernd passierte π
By ecki • Weltreise 2002/2003 0