[Fr, 11.10.2002] Abschied in Beijing, Ankunft in Korea
Wieder mal hiess es Abschied nehmen. Maaike flog zurück in die Schweiz und ich flog weiter nach Korea.
Der Flug war unspektakulär und nur 1.5 h lang. Ich kam abends um 9 an.
Nachdem ich mitsamt dem Gepäck in die Ankunftshalle kam, gab es ein grosses Hallihallo. Sehee und Victoria holten mich am Flughafen ab. 4 Jahre sind vergangen, seit wir uns das letzte Mal gesehen haben.
Die beiden sahen toll aus. Wirkliche Business Ladies. Auch ich schien nicht mehr der gleiche zu sein wie damals. In England, wo wir gemeinsam English gelernt hatten, hatte ich lange Haare und einen Schnauz. Beides ist weg.
Der Bus in die Stadt wollte und wollte nicht kommen. Schlussendlich hat der Bus länger gebraucht, als ich nach Seoul zu fliegen.
Sie haben mich in einem netten Gästehaus untergebracht, wo man alles gratis benutzen durfte (Waschmaschine, Internet…).
[Sa, 12.10.2002] Palace, Shopping Area
Um 12:30 kam Victoria und holte mich ab. Wir besuchten den nahe gelegenen Palast. Im Unterschied zu den bisherigen Attraktionen, die ich gesehen habe, gab es hier im Ticket eine Führung inklusive. Super günstig.
Der Palast war recht schön. bis vor kurzem war der Palast noch bewohnt. Aber soviel ich mir zusammen gereimt habe, ist die Königsfamilie ausgestorben. Tja, das kann es geben.
Nach der Führung hatten wir das Glück, die Wachablösung mitzuerleben. Ein Touristenspektakel.
Wir gingen in die Shoppinggegend wo wir Sehee trafen, die heute Samstag arbeiten musste. Es ist immer wieder spannend, all die feinen Sachen anzusehen und zu probieren. Da gab es einer, der aus einem kleinen Klumpen Honig innert kürzester Zeit bis zu 16000 Fäden spann. Irrsinnig zum zuschauen. Auch viele andere feine kulinarische Sachen gab es zu kaufen.
Wir gingen weiter in eine andere Gegend, wo alles blitzte und funkelte von den Leuchtreklamen. Wo feine reiche Geschäfte neben lauten Kleidergeschäften standen. Zwischendurch viele Restaurants. Dieses Gebiet war wirklich enorm gross und viel Volk lief herum. Natürlich hat es hier so Errungenschaften wie McDonalds und KFC, u. a. auch Starbucks mit dem grössten Geschäft in ganz Asien.
Wir assen in einem Restaurant zu Nach. Kann aber nicht sagen, was es war. Ziemlich viel und super fein.
In einem irischen Pub haben wir dann noch Karte studiert und Ideen ausgeheckt.
[So, 13.10.2002] Folk Village, feines Essen, Karaoke
Früh aufgestanden und die Metro zu Sehee’s Haus genommen. Mit ihrem Auto fuhren wir aus Seoul hinaus in den Süden. Vor kurzem hatte sie die Fahrprüfung abgelegt und ein eigenes Auto gekauft.
Wir besuchten das Folk Village, das ähnlich unserem Ballenberg, viele Häuser aus ganz Korea zusammengesammelt hat.
Es war sehr interessant, die alten Handwerke zu sehen, aber auch die Süssigkeiten auszuprobieren.
Wir erlebten sogar eine traditionelle Hochzeit zwischen einer Koreanerin und einem Westlichen. Es gab viele rituelle bedeutungsvolle Verneigungen. Der Tisch war mit vielen Früchten und Blumen geschmückt. Aber auch je in einem Tuch eingebunden Gockel und ein Huhn (damit sie nicht fliehen konnten). Dies soll den Tisch lebendiger gestalten, damit das Leben interessanter wird.
Zurück in Seoul landeten wir in einem anderen Zentrum mit hunderten von Leuchtkörpern und Reklamen. Wir assen wieder sehr fein zu Nacht. Falls ich es später vermag, komm ich wieder mal für eine kulinarische Woche hierher. Es gibt soviel feines hier. Wahnsinn.
Danach schleppten Sehee und Victoria mich zum Karaoke. Wie hätte es auch anders sein können. Hier in der Hochburg des Karaoke.
Wir hatten einen kleinen Raum für uns und konnten nach Herzenslust singen und tanzen, ohne dass wir, respektive ich, mich vor Publikum blamieren mussten. Am Anfang fiel mir das schwer einfach so zu singen. Aber ich merkte, dass ich doch entgegen meiner Vermutung, doch noch viele Lieder kenne.
[Mo, 14.10.2002] Vietnam Embassy, Kamera suchen, feines Nachtessen, Fernsehturm
An diesem Tag wollte ich gleich mein Visumantrag für Vietnam einreichen. Aber zuerst hab ich ausgiebig nach Kameras umgesehen, die eventuell etwas für mich sein könnten.
Ich hab nämlich am Wochenende meine alte Kamera fallen lassen, sodass das Objektiv nicht mehr richtig funktionierte. Ist eigentlich sowieso ein Wunder, dass ich immer noch mit einer 14-jährigen Kamera herumlief und nicht schon längstens eine Digitale habe. Jedenfalls hab ich auf dem Weg in den Osten mir überlegt, vielleicht in Korea eine neue Kamera zu kaufen. Und wie es scheint, ist mein Wunsch angekommen.
Am frühen Nachmittag machte ich mich dann auf die Suche nach der Botschaft. Ich wusste ungefähr, wo sei sein könnte und lief in das Gebiet.
Ein Autofahrer fand mich suchend in einer Strasse und fragte nach meinem Ziel. Er telefonierte gleich an irgendeine Auskunft. Hier scheint jeder für all die kleinen Fragen im Alltag sofort Freunde oder Informationszentralen zu fragen. Jedenfalls bot er mir gleich an, mich hinzufahren.
Wirklich superfreundliche Leute hier. Hab das auch noch bei anderen Gelegenheiten erfahren.
Bei der Botschaft der übliche Ablauf.
Zurück in der Stadt machte ich mich auf die Suche nach einer Kamera, In Yongsan existier der grösste Elektronikmarkt, denn ich je gesehen habe. In etwa 20 Gebäuden und vielen Stockwerken ergiessen sich Shops für alle erdenklichen elektronischen Komponenten und Produkte.
Natürlich hatte es auch allerlei Fotoshops. Ich liess mir ein paar erklären, aber das Englisch war eher dürftig, so dass ich nicht zu den Infos kam, die ich haben wollte. Von einer Beratung ganz zu schweigen.
Anschliessend ging ich noch in einen anderen Markt, Namdaemun, der bekannt für seine billigen Produkte ist.
Die Kamera, für die ich mich zuerst interessierte (Nikon Coolpix 4300), gab es keine internationale Garantie und alles war in Japanisch. Scheinbar ein Schwarzimport.
Am Abend traf ich Victoria und Sehee und wir assen wiederum fein. Was die koreanische Küche alles zu bieten hat. Genial.
Wir besuchten auf einem Hügel eine riesige Antenne, auf die man auch hinauffahren kann und wo man in einem Dreh-Restaurant die ganze Stadt überblicken kann. Gute Aussicht.
[Di, 15.10.2002] Soo Jung, Aquarium, Hard Rock Cafe
Heute hatte ich Besuch von Soo Jung, die heute ihren freien Tag hatte. Sie war auch in England, aber wir hatten in den letzten 5 Jahren keinerlei Kontakt.
Sie lud mich zum Mittagessen ein, wo es eine leckere Suppe und Sidedishes gab. Dabei tauschen wir unser Leben in den letzten 5 Jahren aus. Sie hat hier in Seoul promoviert und hat anschliessend für 3M gearbeitet, die hier in Korea grosses Ansehen hat. Viele möchten für sie arbeiten.
Doch ihr Job war besonders stressig, aber lernreich. Im Winter hat sie gekündigt und fing dann in einem Institut an, English zu unterrichten, was ihr sehr viel Spass machte.
Anschliessend besuchten wir ein Aquarium, mit Tickets, die Sehee uns geschenkt hatte. Sie hat sie in der Firma bei einem Wettbewerb gewonnen.
Das Aquarium war sehr gross und bot viel Fisch an. Für mich als Taucher ist es immer wieder schön, die wunderschönen Geschöpfe der Meere zu sehen und zu beobachten. Natürlich durften Haie und rochen dabei nicht fehlen.
In der Nähe gab es ein Hard Rock Cafe, das ich natürlich nicht verpassen durfte und kaufte mir ein T-Shirt.
Am Abend kam Victoria und wir gingen in ein Restaurant Hongkonger Küche. Victoria und Soo Jung hatten in den letzten 5 Jahren sich nie gesehen und dem entsprechend gab es da auch viel zu erzählen. Eine kleine Beet-Party in Asien.
[Mi, 16.10.2002] Kamera Evaluation, Dustin
Wieder mal unterwegs und keine Ferien geniessen.
In einem Fotoshop liess ich ein paar Bilder von mir schiessen, damit ich dann für die späteren Visa-Anträge genügend dabei habe. Als ich die Fotos später abholten konnte, erhielt ich ganze 36!! Bilder. Hab nicht gewusst, dass man hier Fotos im Multipack erhält.
Meine Exkursion in die Elektronikwelt ist nicht beschreibbar. Die, die schon mit mir einkaufen waren, wissen das. Dauert ewig, bis ich mich entscheide.
Am Abend traf ich Dustin. Auch wir hatten in den letzten 5 Jahren keinerlei Kontakt. Schon von weitem haben wir uns zugewunken. In seinem Business Suit sah er toll aus.
Er lud mich in ein nahe gelegenes Restaurant ein, wo es rohen Fisch gab. Im Aquarium vor dem Restaurant taten mir die Fische leid. Ein Taucherdilemma.
Wir sassen im Schneidersitz an niederen Tischen. Das ist hier Tradition. Meine armen Beine. Ich bin mir diese Tortur nicht gewöhnt. Jedenfalls war das Essen köstlich. Besser als erwartet.
Er erzählte mir von seinem Leben in den letzten 5 Jahren. Er graduierte nach dem England Aufenthalt in English Literature. Er fand bei der DHL eine Stelle, wo er immer noch arbeitet. 6 Tage die Woche 9 Stunden und 10 Tage Ferien. Das extremste, was ich bisher gehört habe.
Mit 29 ist er nach koreanischen Ansichten im besten Heiratsalter. Ein Alltagsthema hier. Ist schon interessant, was die Erwartungen an das Leben so sind. Hier sind sie stärker als anderswo. Vielleicht ist mir das einfach noch nicht aufgefallen.
[Do, 17.10.2002] Kauf Kamera, Einladung Victoria’s Eltern
Heute endgültige Entscheidung. Minolta DImage F100. 4 Tage Evaluation ist schon fast Rekord.
Im Yongsan Markt fand ich die Kamera in einem Nebengebäude. Memory brauchte ich auch noch. Hier kann man auch noch ein bisschen Handeln und rundete genug ab. Hm, da kam er ins trudeln und begann zu rechnen. Schlussendlich zeigte er mir auf dem Taschenrechner seinen Verdienst an diesem Geschäft. Umgerechnet rund 20 Franken. Ziemlich mager, aber er willigte ein.
Wenn man hier in Korea der erste Kunde am Tag ist, sollte man etwas kaufen. Es gibt hier so viele Zeichen im Alltag, die irgendetwas bedeuten u. a. eben auch der erste Kunde zu sein. Falls ich nichts gekauft hätte, hätte das für ihn einen schlechten Tag bedeutet.
Am Abend luden mich Victorias Eltern zum Nachtessen ein. In einem kleinen Separée lernte ich sie kenne. Nette Eltern. Zum Essen wurde mitten im Tisch für uns gekocht. Rund um den Tisch standen lauter Side-Dishes. Eine Spezialität, an den Namen ich mich nicht erinnern kann. Jedenfalls wurde speziell zubereitetes Fleisch gebraten und anschliessend mit einer Schere in kleine Happen geschnitten, damit die Chopsticks nicht überfordert sind. Dazu feinen leichten Alkohol. Hier halten mich alle für einen trinkfesten Trinker, was ich in der Schweiz eigentlich gar nicht von mir halte.
Nov. 18 2002
#20 Shanghai, Expats life
[13.-14.11.2002] Yichang -> Wuhan -> Shanghai
Es regnete. Guter Reisetag. Auch grosser Reisetag. Es ging Richtung Shanghai.
Im Regen rannte ich zum Busbahnhof. 20 Min. später sass ich bereits in einem Luxusbus, der neben Toilette und TV auch Getränke und Snack verteilte. Leider war der Bus nicht ganz dicht. Es regnete überall ein bisschen hinein.
Nach 4 Stunden war ich in Wuhan. Rasch zum Bahnhof. Leider konnte ich nur noch ein Hard Seat Ticket kaufen, das mich in 17 Stunden nach Shanghai bringen sollte.
Etwas essen und Food einkaufen und schon war es Zeit, den Zug zu nehmen.
Die hard seat Wagen sind richtig voll. Da passen über 100 Leute rein, in 4er und 6er Abteile.
Nach der kurzen Nacht war mir eigentlich nach schlafen zumute. Ich frage den Schaffner, ob ich upgraden könnte. Ich erhielt die Nummer 33. Lange Warteliste. Ob ich wohl noch ein Plätzchen finden werde.
Der Wagen war recht laut und neben den bisherigen Food und Zeitungswagen, gab es hier eine neue Sorte – VCD. Mein Nachbar mietete einen kleinen Fernseher mit VCD-Player und zog sich einen Stallone rein. Das hat natürlich auch Unterhaltungswert für die umliegenden Nachbarn.
An Schlaf war nicht zu denken. Wenn ich überhaupt schlafen kann.
Nach 3 Stunden konnte ich glücklicherweise in den Schlafwagen wechseln. Gepäck verstauen, ins oberste Bett kriechen und weg.
Um 10 kam ich in Shanghai an. Es regnete noch immer. Oder besser gesagt, nach einer langen Phase schönen Wetters brachte ich Regen mit.
Ich wollte bei Expatriats (Birgit und Kevin) übernachten, die ich in der Mongolei kennen gelernt hatte. Als erstes stellte ich mein Gepäck ein, denn ich musste ein Internetcafe finden, um im Mail die Infos zu finden, wie ich sie finden kann.
Zudem brauchte ich noch eine Stadtkarte. Hier in Shanghai gab es scheinbar Touristenbüros. Am Bahnhof fand ich nach langer Suche einen Schalter, der angab für Touristen zuständig zu sein. Karten und Prospekte gab es jedenfalls keine.
Also in die Stadt. Mit der Metro ging das problemlos. Im Regen suchte ich nach einem anderen Touristenbüro und fand eines. Eine karte gab es, aber nur für die Touristenstrasse wo ich gerade war. Super! Immerhin bekam ich ein Magazin, wo ich ein Inserat eines günstigen Internetcafes fand.
Im Internetcafe fand ich aber kein Mail der beiden. Hm, was läuft da schief? Ich fand heraus, dass mein Mail, das ich ihnen schickte, eine falsche Absenderadresse hatte. Scheisse!
Na gut, ich erhielt in einem teuren Hotel eine Stadtkarte, wo ich auch die Strasse fand. Die war aber recht lang. Vom Zentrum bis zum Flughafen.
Ich holte mein Gepäck und fuhr mit der Metro zur Strasse.
Im Regen versuchte ich ein Taxi anzuhalten. Der erste verstand scheinbar die Adresse nicht oder wollte mich nicht hinfahren. Was soll ich tun?
In dem Moment telefonierte mir Birgit und teilte mir per Telefon die „Koordinate“ mit, was ich dem Taxifahrer sagen soll.
Das zweite Taxi musste ich im wahrsten Sinne schnappen. Er fuhr mich bis zur Haustür und ich war froh, wieder mal in einem richtigen Haus zu sein.
Die beiden begrüssten mich herzlich. Auch mal wieder eine richtige Dusche und Toilette. Anschliessend genoss ich eine Lasagne und Salat, was ich sehr vermisste.
Birgit arbeitet hier bei einer Deutschen Schule, die bald mal 600 Schüler hat und weltweit die am schnellsten wachsende Deutsche Schule ist. Hier in Shanghai fliesst das Geld und viele Westler wohnen und arbeiten hier.
Kevin aus Irland arbeitet bei einer Computerfirma, der die Computer westlicher Firmen wieder auf Vordermann bringt. Mit chinesischen Computerspezialisten dürfte der Support wohl eher schwierig sein.
Die beiden wollten ursprünglich nur ein oder zwei Jahre bleiben. Jetzt sind sie aber bereits das dritte Jahr hier und es scheint, dass ihnen das Leben hier gefällt. Um ehrlich zu sein, mir wahrscheinlich auch.
[15.12.2002] Shanghai, Regentag, German Video + Pub
Es regnete noch immer. Birgit und Kevin arbeiteten. Kein Wetter für einen Stadtrundgang. Wasch- und Internettag (mit ADSL, wow).
Am Abend besuchten wir den Germans Club, die einen deutschen Film zeigten, gesponsert von Becks Bier. Der Film war recht lustig und zeigte in seiner ganzen Fülle allerlei deutsche Klischees (vielleicht auch Schweizerische ;-)).
Anschliessend traf man sich natürlich bei einem Becks Bier im Pub. Es war interessant, all die Expatriats und ihre Storys kennen zu lernen. Auch eine Schweizerin traf ich. Sie kam mit ihrem chinesischen Freund hierher und lernt jetzt fleissig chinesisch.
Die Expatriats haben hier ein interessantes Leben. Manche nahe am Puls der Chinesen und andere weniger oder überhaupt nicht. Besonders für Ehefrauen, die ihren Männern hierher folgen und keiner Arbeit nachgehen, ist es schwer oder besser gesagt, wie schlägt man die vorhandene Zeit tot. Man trifft sich im Club zum Tee, veranstaltet kulturelle Anlässe oder geht ganz einfach shoppen. Es gibt aber auch andere. Ich lernte einige Frauen kennen, die arbeiten oder studieren und hier ihren chinesischen Freund kennen lernten.
[16.12.2002] Hardrockcafe, Seidenshop, Bund, Geburtstagsparty
Juhu, das Wetter sah viel besser aus. Auf, die Stadt erkunden.
Zuerst besuchte ich das hiesige Hardrockcafe, um mein Bedürfnis meiner einzigen Sammlerleidenschaft zu befriedigen und kaufte ein T-Shirt.
Weiter ging es mit dem Taxi zu einer speziellen Adresse, die mir Birgit gegeben hat. Ohne das Taxi hätte ich das Atelier nicht gefunden. Das Atelier ist versteckt in einer Seitenstrasse in einem kleinen Gebäude im 5. Stock. Aber viele Expatriats kennen dieses Insideratelier und kaufen hier gerne ein.
Der Inhaber stellt wunderschöne Arbeiten aus Seide her. Wirklich enorm schöne Gegenstände.
Ein anderer Westler kam mit zwei Frauen hierher und kaufte gleich für die ganze Familie mit 17 Enkelkindern Weihnachtsgeschenke ein.
Weiter ging es in die Innenstadt. Heute war Samstag und alles schien auf den Beinen zu sein. Die Fussgängerzone war zum Bersten voll. Viele teure Shops und gut gekleidete Leute.
Ich lief weiter zum Bund, der berühmten Uferpromenade der ersten Westler, die hier ihre Handelshäuser und Botschaften hinstellten. Die Häuser sind immer noch da und wurden bisher von den dahinter liegenden Hochhäusern noch nicht verdrängt.
Von dieser Uferpromenade hat man auch einen guten Ausblick auf die andere Seite, wo vor 10 Jahren noch Reisfelder waren. Auf diesem Gebiet werden momentan Wolkenkratzer hochgezogen und dort steht bereits die Perle des Orients, eine 460m hohe Fernsehantenne.
Jemand sagte mir, dass 60% der Baumaschinen weltweit hier in Shanghai stehen, was ich zwar nicht recht glauben mag, aber angesichts des enormen Wachstums vielleicht doch wahr sein könnte.
Am Abend waren wir zu einer Geburtstagsparty eines Lehrers bei der Deutschen Schule eingeladen. Ich lernte wiederum einige interessante Leute mit noch interessanteren Geschichten kennen. Ist schon irgendwie faszinierend.
[17.11.2002] Tai Chi, Pearl Tower, Shopping Mall, Mongolia Diashow
5:30 Uhr. Aufstehen. Birgit und Kevin sind seit mehr als 2 Jahren hier, aber hatten bisher nicht das Vergnügen, den Morgenrummel am Bund mitzuerleben.
Wir nahmen ein Taxi und waren um 6 Uhr am Bund.
Morgens kommen sehr viele Leute zum Bund, um den neuen Tag mit Tai Chi Übungen zu begrüssen.
Man sah viele ältere Leute Dehnübungen machen. Viele scharten sich um kleine Radios um gemeinsam Tai Chi oder andere Formen der Gymnastik zu machen.
Ältere Opas freuten sich kindisch, ihre selbst gebauten Drachen endlos in den Himmel steigen zu lassen.
Anschliessend nahm ich die Metro auf die andere Seite des Flusses. Ich wollte diesen gigantischen Perlenturm von nahem sehen. Mit seiner Grösse von 468m war er um einiges grösser als der Eifelturm.
Ich kaufte mir ein Ticket und fuhr nach oben, um die Aussicht auf die Stadt zu geniessen. Leider war es ein wenig dunstig (oder smogig), sodass man nicht sehr weit sehen konnte. Man sah aber viele Baukräne und zwischen den Hochhäusern doch noch kleinere Häuser. Insbesondere die kleinen Gebäude am Bund vor den Wolkenkratzern sahen spannend aus.
In der Nähe des Towers hat es nach eigener Deklaration das grösste Shoppingcenter Asiens. China ist im can-do-spirit. Immer besser, grösser, gigantischer, teurer.
Das Shoppingcenter ist wirklich eine Pracht. Kein 0815-Bau, sondern mit viel Fantasie gebaute Etagen, Gänge, Brücken und Rampen. Keine Etage sah gleich aus wie die andere. Gut, es war für mich unmöglich, alles zu besuchen, da es schlicht zu gross war. Wahrscheinlich wurde es nach dem Prinzip von Feng Shui gebaut.
Am Abend luden Birgit und Kevin noch ein paar Freunde ein, damit wir gemeinsam eine Diashow über die Mongolei sehen konnten. Viele Plätze waren mir bekannt, da sie den gleichen Führer hatten. Einen Unterschied gab es. Im Gegensatz zu uns hatten sie bereits Schnee, obwohl sie nur ein paar Tage später auf die Tour gingen.
By ecki • Weltreise 2002/2003 0