Behördenwesen in Berlin

Ich glaube nun sämtliche Behördengänge hinter mir zu haben. Ist eigentlich gar nicht so viel und als Schweizer hat man nirgends mit Schwierigkeiten zu rechnen. Man wird höchstens gefragt, weshalb man die schöne Schweiz gegen Deutschland eintauscht. Die Aussenwirkung der Schweiz ist doch recht hoch, obwohl es da einen Steuerstreit gibt.

Mein Weg der Behördengänge ist zwar nicht der Idealfall, aber funktionierte bestens. Üblicherweise hat man wenn man Umzieht eine Wohnung und eine Arbeit. Beides hatte ich jedoch nicht.

Folgende Etappen gilt es zu bewältigen:

  • Umzug des Haushalts nach Deutschland
  • Wohnsitznahme
  • Anmeldung bei der Botschaft
  • Arbeitsstelle finden
  • Steuern
  • Aufenthaltsgenehmigung
  • Fahrzeugausweis umschreiben lassen

Umzug

Ich liess meinen Hausrat durch ein Umzugsunternehmen nach Deutschland transportieren. Im Internet gibt es eine Umzugsauktion, mit der man günstige Angebote bekommt. Hier unterbieten sich die Anbieter gegenseitig und am Schluss kann man immer noch auswählen, mit welcher Firma man den Umzug machen möchte. So günstige Preise erhält man bei einer direkten Anfrage nicht. Auch ein Eigentransport kommt nicht wesentlich billiger.

Es gibt je für die Schweiz und Deutschland ein Zollformular auszufüllen. Eigentlich gibt es da keine Probleme. Nur war ich zu ehrlich und hab meine 10 Flaschen Alkohol (= Maximum) angegeben. Ich hätte es besser gelassen.

Der Transport konnte dennoch nach Berlin gemacht werden. Dort gibt es auch eine Zollstelle und Melanie musste dort vorsprechen, bevor der Lastwagen geleert werden konnte. Sie musste sich verpflichten, die Alkaholika privat zu vernichten, was wir natürlich taten ;-).

Nachdem man die Sachen eingeführt hat, hat man nun 6 Monate Zeit sich anzumelden, was ich im ersten Moment nicht tat, da wir ja noch nach Australien wollten. Wenn ich Wohnsitz genommen hätte, hätte ich dann noch 3 Monate Zeit gehabt, einen Job zu finden. Dann hätte man mich vielleicht ausweisen können.

Wohnsitznahme

Ende August nahm ich knapp nach 6 Monaten Ferienzeit Wohnsitz in Berlin. Mittlerweile hatte ich schon einen Arbeitsvertrag und somit war dies der nächste logische Schritt.

Das geht ganz einfach. Man geht zum Bürgeramt mit einem Ausweis. Ein Mietvertrag braucht es nicht, aber wenn man zur Untermiete ist, muss man einen “Sponsor” angeben. That’s it.

Mit dieser Wohnsitznahme hat man nun 3 Monate Zeit, eine Arbeitsstelle zu finden und sich dann bei der Ausländerbehörde zu melden.

Botschaft

Nachdem man sich aus der Schweiz abgemeldet hat, kann man sich bei der Botschaft anmelden. Dort kann man auch angeben, von welcher Schweizer Gemeinde man sich das Stimmmaterial wünscht. Die geben auch einige Tipps und ein Merkblatt, welche weiteren Behördengänge sinnvoll wären.

Arbeitsstelle

Wenn man einen Arbeitsvertrag in den Fingern hat, geht der Zirkus weiter. Der Arbeitgeber braucht dann bei Arbeitsbeginn die Lohnsteuerkarte, eine Krankenversicherung und eine Rentenbescheinigung. Die beiden Letztgenannten bekommt man von der Krankenkasse.

Und nun kann man arbeiten. Eine Arbeitsbewilligung braucht man noch nicht. Man könnte sogar nach 3 Monaten nach der Anmeldung sich wieder abmelden und in die Schweiz zurück kehren. Aber das wollte ich ja nicht.

Aufenthaltsbewilligung

3 Monate nach der Wohnsitznahme muss man sich bei der Ausländerbehörde melden. Das ist eine reine Formsache, aber man muss viel Zeit mitnehmen, denn die werden schon seit längerem überrannt und weitere Kapazitäten gibt es nicht.

Mitnehmen muss man die Wohnsitzbescheinigung, ein Nachweis der Krankenversicherung, den Arbeitsvertrag und 2 biometrische Fotos. Dann bekommt man einen Ausweis, denn man tunlichst immer bei sich trägt.

Führerschein

Damit man auf Deutschen Strassen unterwegs sein darf, muss man den Schweizer Führerschein innert 6 Monaten umschreiben lassen. Das sollte man gleich einfädeln, denn ich musste 4 Monate warten, bevor der Entscheid kam.

Dann kann man zur Behörde gehen, gibt den Schweizer Ausweis ab und bekommt einen Deutschen Führerschein und ein Punktekonto in Flensburg.

Das war’s. Eigentlich alles nicht so wild.

Eine Übersicht über das Versicherungswesen kommt dann irgendwann, wenn ich alles transferiert habe.